Projektablauf

Projektablaufplan:

Das Modellprojekt “Gesundes Jugendzentrum – Gesundheitsprävention in der Offenen Jugendarbeit – ein Programm für Jungen und junge Männer!” ist modulhaft aufgebaut. Die Module können in beliebiger Reihenfolge umgesetzt werden. Die Umsetzung des Projektes in der Offenen Jugendarbeit in Bamberg orientierte sich an folgendem Modul-Ablaufplan:

Ablaufplan_GesundesJugendzentrum-001Wichtig ist es, die einzelnen Module zeitlich versetzt zu starten. Hierbei ist es möglich, jeweils ein festes Schwerpunktthema auf die Agenda der Offenen Jugendarbeit zu setzen, um so der Analyse und (Weiter-)Entwicklung der Angebote sowie des Know-Hows die nötige Zeit und den nötigen Raum zu geben. In unserem Beispiel stand jedes Modul, bzw. jedes Thema, für sechs Monate im Vordergrund. Vorstellbar ist es auch, diesen Zeitraum, je nach Rahmenbedingungen, auf zwölf Monate auszuweiten. Bei kleineren Teams kann dies sinnvoll sein, insbesondere weil zu den strukturellen Veränderungen auch Veränderungen im Selbstverständnis (der Berufsidentität) von Jugendarbeit mit gefördert werden müssen.

 

Prozessschema (Ablaufplan / Orientierungsschema bei den einzelnen Modulen):

Das Projekt folgt einem Prozessschema. Bei der Durchführung der einzelnen Module wurde dieses Schema als Orientierung und Leitfaden beachtet. Wir empfehlen anderen Einrichtungen der Jugendarbeit, diesem Schema in der Umsetzung zu folgen.

Neben einer zeitlichen Strukturierung für die Koordination und Umsetzung der Module erlaubt und fördert das Schema verschiedene Rückkopplungsschleifen auf die verschiedenen Beteiligten (Jugendliche, Jugendarbeiter, Leitungsverantwortliche, Kooperationspartner, etc.). Die Struktur der Rückkopplungsschleifen sucht und fördert Feedback und Commitment von möglichst allen Beteiligten, von möglichst allen sogenannten Handlungsebenen.

Die Handlungsebenen (im Projekt “Gesundes Jugendzentrum”) sind:

A) Zielgruppe Kinder & Jugendliche (mit dem Fokus auf Jungen und junge Männer)

B) Mitarbeiter & Team

C) ggf. Sozialraum & Netzwerke

 

Partizipation über strukturelle Rückkopplungsschleifen bei der Angebotsentwicklung

Diese Rückkopplungsstruktur ist bei der Entwicklung und Weiterentwicklung der Angebote wichtig, damit diese bedarfsgerecht, wirksam und nachhaltig werden und bleiben. Dadurch wird die Akzeptanz sowohl bei der Zielgruppe als auch bei den Mitarbeitern gesteigert und die Qualität gesichert. Im Endeffekt geht es darum, den Ideen und den ersten Angebotsversuchen den Raum und die Zeit zu geben, sich weiterzuentwickeln. Sowohl die Mitarbeiter als auch die Jugendlichen und jungen Erwachsenen brauchen den Raum und die Zeit für Partizipation und eine nachhaltige Verankerung/Weiterentwicklung der Arbeit.

1. Raum und Zeit für die Jugendlichen, mitzugestalten und aus einem Angebot “ihr” Angebot zu machen (z.B. Jugendliche für die Weiterentwicklung des Angebots befragen, mitwirken lassen oder sogar selbst organisieren lassen).

2. Raum und Zeit für die Mitarbeiter als zentrale Multiplikatoren und Vorbilder in den Jugendeinrichtungen. Auch sie brauchen Partizipation und Mitwirkung, um aus einem Angebot (z.B. aus einem Drittmittel-Projekt XY, welches meistens top-down kommuniziert wird) “ihr” Angebot zu machen. Das “Mitnehmen” ihrer Ideen, Vorstellungen, Wünsche ist eine Aufgabe der Nachhaltigkeit, da Sie längerfristig (i.d.R. zumindest länger als die Projektlaufzeit) Jugendarbeiter bleiben. Sie tragen demnach die gesundheitsförderlichen Angebote und Projekte nachhaltig (und somit strukturell wirksamer) weiter. Die Rückkopplungsschleifen wirken so auch als Verankerungen bei den beteiligten Mitarbeiter und Jugendlichen.

3. Der Sozialraum und die Netzwerke, die dritte Handlungsebene, sind vor allem für eine Nachhaltigkeit der gesundheitsförderlichen Angebote und Projekte wichtig. Je mehr Partner, je mehr Öffentlichkeit involviert sind, desto wahrscheinlicher ist die Durchführung von Folgeangeboten und -Projekten und desto wahrscheinlicher wird die Umsetzung von Komplementärangeboten im Sozialraum ohne eigene Beteiligung.

 

Das Prozessschema strukturiert die Umsetzung der einzelnen Modulen (aber auch Unter-Modulen) graphisch wie folgt:

Projektschema_GesundesJugendzentrum-001-001Der Prozessbaustein Auswertung zeigt die Rückkopplungsstruktur (die je nachdem für eine oder mehrere Handlungsebenen relevant werden). Weiterführende Erläuterungen und Erklärungen zu dem Prozessschema sind unter Prozessschema sowie unter den Modulen (mit praktischen Beispielen) zu finden.

 

Lesson learned: Gesundheitsförderung in der Offenen Jugendarbeit ist ein Change-Prozess

Die strukturelle Verortung von Gesundheitsförderung in den Angeboten, den Projekten, der strukturellen Ausrichtung und dem Selbstverständnis der Offenen Kinder- & Jugendarbeit ist (in den allermeisten Fällen) als Change-Prozess zu begreifen.

Zentrale Elemente für den Erfolg solcher Change-Prozesse sind aus unserer Sicht:

1. partizipative Strukturen (auf allen Handlungsebenen, insbesondere auf Mitarbeiterebene), v.a. durch die Organisation regelmäßiger und klarer Rückkopplungsschleifen (bspw. in Form von Befragungen und Mitwirkungen von Jugendlichen oder in Form von monatlichen bis vierteljährlichen Arbeitsgruppen AGs der Mitarbeiter zu bestimmten Themen).

2. eine klare Projektzuständigkeit (idealerweise in Stabstellenfunktion und/oder gekoppelt an die Leitung – je nach Größe der Einrichtung), die den langfristigen Prozess steuert, koordiniert und immer wieder anschiebt. Konkrete Koordinierungsaufgaben (z.B. der einzelnen Schwerpunktthemen/Module) können auch an Arbeitsgruppen delegiert werden, müssen trotzdem aber gesteuert werden.