Zwischenfazit: Verhältnisse beeinflussen den Konsum Jugendlicher

 

Projektschema_GesundesJugendzentrum-Erprobungsphase

Durch die Analyse und Auswertung der tatsächlich angebotenen und konsumierten Produkte im Verhältnis zu den Erkenntnissen aus der Offenheit der Zielgruppen zu gesunden Alternativen, konnte eine Vielzahl an Handlungsoptionen für jede Jugendeinrichtung gewonnen werden. Den Jugendarbeitern und den Jugendlichen steht es offen, welche Konsequenzen aus den Ergebnissen gezogen wurden.

Die Thematisierung und pädagogische Aufarbeitung des Themas Konsumverhalten in unserer Jugendeinrichtung (z.B. im Verhältnis zu allgemeinen Entwicklungen des Konsumverhaltens im 21. Jahrhunderts) sind schon wichtige Schritte für Jugendarbeit. Strukturelle Änderungen und Veränderungen in der Angebotspalette sind DANN als großer Erfolg zu verbuchen.

In Bamberg hat sich beispielsweise eine Jugendeinrichtung entschieden, Süßigkeiten im Jugendtreff komplett abzuschaffen. Diese Veränderung hatte wenig negative Nachwirkungen. Die Jugendlichen haben das Fehlen der Süßigkeiten selten reklamiert. Es wurde schnell zur Selbstverständlichkeit. Dieses Beispiel verdeutlicht, welchen strukturellen Einfluss die Jugendarbeiter und die Jugendarbeit auf das Verhalten (in diesem Fall das Konsumverhalten der Jugendlichen) haben. Hier sprechen wir nur von einem kleinen Ausschnitt der jugendlichen Lebenswelt, trotzdem können diese strukturellen Verhältnisse und dieser (kleine) Einfluss genutzt werde, um pädagogisch mit den Jugendlichen gemeinsam die Verhältnisse und Gewohnheiten zu gestalten und zu verändern. Die Thematisierung des Konsumverhaltens und die gemeinsam getroffenen Konsequenzen (im Sinne einer Selbstwirksamkeit) sind zwei Bausteine einer pädagogischen Herangehensweise an die Thematik Konsumverhalten im 21. Jahrhundert, die die moderne Jugendarbeit als Auftrag annehmen muss.

Die Angebotspalette zu überdenken und ggf. zu verändern, gesunde Alternativen anzubieten und zu subventionieren sind Veränderungen im täglichen Selbstverständnis von Offener Jugendarbeit, welche zum Teil tiefer bei Jugendarbeitern als bei Jugendlichen verwurzelt sind. Auch hier sind die Jugendarbeiter frühzeitig in den Prozess der Veränderung des Konsumverhaltens zu involvieren. Ihre Bedenken sind ernst zu nehmen – gleichzeitig ist Mut zu Veränderungen und zu gesunden Alternativen zu betonen.