Gesund.Leben.Bayern investiert in die Gesundheitsförderung in Bamberg

Das Programm „Gesundes Jugendzentrum – Gesundheitsprävention in der offenen Jugendarbeit – ein Programm für Jungen und junge Männer“ wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit mit 90.000 Euro gefördert. Das Projekt möchte das Thema Gesundheitsförderung im Rahmen der offenen, außerschulischen Jugendarbeit fest verankern. Am Donnerstag überreichte Gesundheitsstaatssekretärin Melanie Huml im Jugendzentrum am Margaretendamm in Bamberg den Förderbescheid an Matthias Gensner, den Geschäftsführer des Vereins innovative Sozialarbeit, iSo e.V.

Staatssekretärin Huml hob in ihrer Ansprache die Bedeutung von Präventionsangeboten speziell für Jugendliche hervor: „Schon in jungen Jahren gilt: wer auf sich achtet, lebt gesünder und kann seine Lebensqualität deutlich verbessern. Wir brauchen deshalb gute Angebote, um gezielt junge Menschen anzusprechen und für einen gesunden Lebensstil zu gewinnen. Wir wollen klar machen, dass es ein Zeichen von Stärke ist, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Je früher Prävention ansetzt, desto größer sind die Effekte. Gleichzeitig können wir damit die Kosten für Therapie und Pflege im Gesundheitswesen senken.“ Ziel des „Gesunden Jugendzentrums“ ist es, möglichst viele „Betroffene“ durch einen niedrigschwelligen Zugang zu erreichen. Voraussetzung hierfür ist die fachliche Qualifizierung und Sensibilisierung der Mitarbeiter im Bereich Gesundheit. Besonders stolz ist Huml auf die Vorreiterrolle, die Bamberg bei Präventionsprojekten für Jugendliche einnimmt.

Ein wichtiger Baustein des Konzepts ist laut Gensner „die starke Einbindung der Jugendlichen in die Entwicklung der Angebote, bei der ihre Bedürfnisse die inhaltliche Gestaltung bestimmen.“ Auch Wolfgang Metzner zeigte in einer kurzen Eröffnungsrede die Wichtigkeit der Einbindung der Jugendlichen auf. „Als Lehrer weiß ich, dass der moralische Zeigefinger pädagogisch nicht besonders erfolgreich ist. Viel besser ist es, die Jugendlichen mitzunehmen und sie selbst aktiv werden zu lassen. Der Lernerfolg kommt dann beinahe automatisch“, sagte der Fraktionssprecher des Bamberger Senates für Soziales, Familie, Senioren und Integration.

Gensner war zusammen mit seinem Team Ideengeber des Programms. iSo e.V. wird das Programm in Bamberg auch im Rahmen der Offenen Jugendarbeit koordinieren. Die Fördergelder stammen aus dem Programm Gesund.Leben.Bayern. des Bayerischen Gesundheitsministeriums.

Das „Gesunde Jugendzentrum“ wendet sich verstärkt an Jungen und junge Männer und schließt so eine wichtige Lücke in der Präventionsarbeit. Empirische Studien belegen, dass es in dieser Gruppe verstärkt an einer gesunden Lebensweise mangelt. Noch immer ist in Deutschland die Lebenserwartung von Männern fünf Jahre niedriger als von Frauen. Experten führen dies auf einen „männertypischen“ Lebensstil zurück: Mehr Alkohol, mehr Zigaretten, weniger Vorsorge, mehr Risiko. Mit speziell auf Jungs ausgerichteten Koch- und Bewegungsangeboten sowie Präventionsarbeit zum Risikoverhalten soll diesem Umstand ebenso begegnet werden, wie mit einem gesundheitsförderlichem Speise- und Getränkeangebot in den Jugendzentren.

Das Projekt wird dokumentiert und evaluiert von Prof. Dr. Joachim König von der evangelischen Hochschule Nürnberg. Die Dokumentation soll zum einen die Sicherung der Qualitätsansprüche gewährleisten und zugleich anderen Institutionen die Idee des „Gesunden Jugendzentrums“ zugänglich machen. Das zweijährige Projekt mit bayernweitem Modellcharakter startet am 1. April 2013.

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