Etablierung und erste Leitlinien der aufsuchenden Angebote

Projektschema_GesundesJugendzentrum-EtablierungsphaseDie Fortführung der Angebote bis in den Oktober hinein, natürlich mit zunehmenden wetterbedingten Ausfällen, führte zu einer zunehmenden Routinisierung bei den Jugendarbeitern. Die Erfolge bekräftigten das Engagement und die Schwerpunktthemensetzung. Die aufsuchenden Arbeit wird von allen Jugendarbeitern (nicht nur den aktiv beteiligten) getragen und unterstützt. Sie ist zunehmend als fester Bestandteil im Selbstverständnis der Offenen Jugendarbeit Bamberg integriert.

 

Projektschema_GesundesJugendzentrum-Leitlinien

Auswertung Dokumentation:

Insgesamt fanden 80 aufsuchende Angebote in diesem Sommer statt. Es wurden 847 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 18 gezählt (im Durchschnitt 14 Jahre). Im Durchschnitt nahmen 2 Mädels/junge Frauen und 9 Jungs/junge Männer an einem Angeboten teil. Dies zeigt, dass insbesondere Jungen und junge Männer (über 80 %) mit aufsuchenden bewegunsgorientierten Angeboten erreicht werden.

 

Fazit:

Aufsuchende bewegungsorientierte Angebote in der Offenen Jugendarbeit bringen vielerlei Vorteile mit, die für eine Weiterentwicklung von Offener Jugendarbeit enorme Potentiale haben. Sozialräumliches Arbeiten in der Jugendarbeit, nicht nur fix an den Jugendtreff oder die Jugendeinrichtung gekoppelt, öffnet Zugänge zu neuen Zielgruppen und zu vielseitigen Kooperationspartnern. Jugendarbeit zu begreifen als Angebot für Jugendliche, unabhängig von einer Einrichtung/Immobilie, erweitern den Handlungsspielraum für innovative bedarfsgerechte Angebote und somit für eine Attraktivität der Offenen Jugendarbeit. Aufsuchende bewegungsorientierte Angebote öffnen den Blick der Jugendarbeiter für ihren Sozialraum.

Der Sozialraum als “Forschungsobjekt” birgt nicht nur Vorteile für die Umsetzung von aufsuchenden Angebote, er schärft zudem den Blick für die lokalen Gegebenheiten aus zweierlei Perspektiven – die Perspektive des Jugendarbeiters bzw. der Jugendeinrichtung und die Perspektive der ansässigen Jugend. Die Durchführung einer Sozialraumanalyse ist daher allen zu empfehlen, insbesondere Neustartern im Stadtteil.

Darauf aufbauend ist die Entwicklung und Etablierung von aufsuchenden bewegungsorientierten Angeboten auch eine Profilfrage. Welches Profil hat die/der JugendarbeiterIn? Welche Interesse und Stärken bringt sie/er mit? Wie leicht fällt ihr/ihm das “auf die Jugendlichen zugehen”? Ist sie/er sportlich? Wenn die Ressourcen nicht ausreichend vorhanden sind, sind auch unregelmäßige aufsuchende Projekte und Events interessant (Vergleichen sie hierzu die Beiträge zu Streetballturnier oder Parkour-Workshops).

Beim Thema Ressourcen ist darüber hinaus zu klären, inwieweit die Zeit da für solche regelmäßigen Angebote in den Sommermonaten gegeben ist? Ist es sinnvoll, da die Besucherzahlen in den Jugendtreffs in den Sommermonaten typischerweise zurückgehen, die Öffnungszeiten mit wenigen bis keinen Jugendlichen aufrecht zuhalten? Hierbei ist die Rolle von Leitung wichtig, die eine unregelmäßige Verlagerung von Öffnungszeiten nach draussen unterstützen muss.

 

Downloads:

Leitlinien für die aufsuchenden bewegungsorientierte Angebote der Offenen Jugendarbeit: jaba_Leitlinien_AufsuchendeJugendarbeit_2015

Fallbeispiel Aufsuchende bewegungsorientierte Angebote in Gaustadt: Fallbeispiel_Aufsuchende Jugendarbeit Gaustadt